So wie jeder gute Handwerker habe auch ich ein Werkzeug ständig bei mir. Als Chef einer Marketingabteilung – die zuallererst in “Communication & Content” umgetauft wurde, ganz einfach weil ich den Namen passender zu unserer aktiven Arbeit empfinde – sollten meine Werkzeuge zwar Exceltabellen, Mediapläne und Werbeagenturen sein, doch ich gehöre eindeutig einer neuen Generation von Kommunikationshandwerkern an.
Als ehemaliger Werbeblogger habe ich jahrelang den Untergang der klassischen Werbung gepredigt. Die Masse an ungefragten Werbebotschaften steigt auch weiterhin immens an und manchmal hat man den Eindruck, als wolle die Branche nichts dazulernen. Dabei merken wir alle den enormen medialen Paradigmenwechsel der stattfindet. Die klassischen Medien zersplittern, das alte Werbemodell bröckelt und während etliche Marken und Möchtegernmarken noch verzweifelt versuchen die Kommunikationskontrolle zu bewahren, wird bereits emsig an den Kontrollräumen vorbeikommuniziert.
Kontrolle ist out – beeindrucken ist in!
Dank den blitzschnellen neuen sozialen Kommunikationstools wie Facebook, Twitter, Blogs und wie sie alle heißen haben wir wieder den Zustand eines riesigen, relativ freien Marktes. Mundpropaganda entscheidet einen großen Teil des Erfolges und Misserfolges eines Produktes, einer Dienstleistung oder einer Person. Baut ein Unternehmen Mist, so wird dies schneller als je zuvor über den ganzen Globus getratscht und auch noch schriftlich im Index der Suchmaschinen festgehalten. Anders als der Zeitungsartikel oder der kurze Bericht im Fernsehen, bleiben solche Meldungen wesentlich präsenter als bisher, was automatisch zu einer erhöhten Transparenz führt – ob man will oder nicht, es entzieht sich der eigenen Kontrolle. Der für mich einzige sinnvolle Schritt um mit diesem Phänomen umzugehen ist das proaktive Handeln im Bereich der Kommunikation und des Marketings. Dazu gehört:
1. Mit allen Werkzeugen vertraut machen und umgehen lernen.
2. Erst Zuhören, dann nachdenken, dann antworten (Communication)
3. Inhalte und Stories aus dem eigenen System heraus generieren (Content)
4. Informationsmaterial anschaulich gestalten und bei Bedarf zügig versenden
5. Andere beeindrucken durch Service, Freundlichkeit, Offenheit und Humor
Dieses Blog hat mehrere Aufgaben. Zum einen dient es mir selbst als Dokumentation und Hilfe um mich an meinen Zielen zu orientieren. Es hilft mir Erfahrungen mit anderen zu teilen (meinem Team inklusive). Ich bin Blogger, das bedeutet ich liebe das Schreiben in dieser Form, womit ich meine Gedanken am liebsten und besten formulieren kann. Bloggen hilft mir zu lernen, mich zu vernetzen, zu reflektieren oder einfach mal Dampf abzulassen. Nicht jeder ist dazu geeignet, aber jeder kann es lernen, wenn er sich davon begeistern lässt.
Dieses Blog ist also tatsächlich eine Art Tagebuch. Es dokumentiert unsere Arbeit und unsere täglichen Erfahrungen. Es erzählt Geschichten und vermittelt gleichzeitig einen Einblick in das was und wie wir es tun. Und schließlich dient es hoffentlich auch dazu anderen zuzuhören, indem die Kommentarfunktion für Feedback, Fragen und Kritik genutzt werden kann.
Herzlich willkommen in unserer Abteilung!