Home Sweet Homeoffice

Autor: Patrick Breitenbach am 8.12.2009

Als “Digital Native” (komisches Wort) kann ich es mir leisten einen Teil von zu Hause zu arbeiten. Jedenfalls bilde ich mir das ein. Dank der modernen Kommunikationstechniken bin ich auch aus weiter Ferne (Arbeitsplatz in Karlsruhe, Wohnsitz in Würzburg) kommunikativ erreichbar. Natürlich ersetzt sowas niemals ein persönliches Gespräch unter mehreren Augen, aber dennoch bietet die Heim- und/oder Telearbeit für mich einige wunderbare Vorzüge (habe ich übrigens vor einiger Zeit auch schonmal hier formuliert):

1. Family first.
Als Familienvater weiß ich den Luxus die Familie direkt um sich zu scharen zu schätzen. Natürlich verbringe ich auch zu Hause die meiste Zeit mit Arbeit, aber ich kann es mir nun wesentlich besser einteilen. Statt die “9 to 5″ Bürozeiten penibel einzuhalten, kann ich dank dieser Lösung zwischendrin auch mal eine halbe Stunde Pause machen um gemeinsam zu speisen oder kurz zu quatschen. Andere nutzen diese Zeit mit Facebookspielchen (früher Moorhuhn), virtuelle Einkaufsbummeln, Zigarettenpäuschen oder sonstigen Zeittotschlägern, was übrigens völlig okay und normal ist, denn ohne diese kleinen Auszeiten wären wir ein Haufen hirnloser, unkreativer Bürozombies. Jedenfalls freue ich mich, dass ich dank dem Homeoffice meine kleinen Auszeiten mit meiner Familie verbringen kann. Das bringt beiden etwas. Und meinem Arbeitgeber beschert es letztlich unbezahlte Überstunden, denn der freie Heimarbeiter tendiert zur freiwilligen Mehrarbeit, so jedenfalls meine Meinung.

2. Abschirmung.
Nichts gegen das Büroleben, aber ich bin seit vielen Jahren Freelancer gewesen, was bedeutet, dass ich einfach verwöhnt bin. Freie Zeiteinteilung. Keine Büroscharmützel (also dieser Lebenstransfer “Privat zu Büro” und umgekehrt). Abschirmung zur kreativen Arbeit. Wenn ich nicht richtig abschalten kann, dann klemmt es. Ich brauche einen gewissen Raum um frei spinnen zu können, aber was noch viel wichtiger ist, um reflektieren zu können. Im Büro gerät man sehr schnell in einen Robotermodus. Nicht falsch verstehen, das Büro gehört nicht abgeschafft – höchstens aufgerissen. Ich bin ein großer Freund von mobilen Arbeitsplätzen und Open Space Offices oder wie sich das auch nennen mag. Einleuchtend ist jedenfalls die Möglichkeit zu schaffen, dass man sich persönlich regelmäßig treffen und austauschen kann. Jedenfalls je entspannter ich sein kann, desto produktiver und kreativer arbeite ich und wo kann man das besser tun, als an dem Ort, wo man auch ruhig mal in bequemen Shorts rumlaufen kann?

3. Fluss
Ich bin ein großer Fan von der Verschmelzung von Arbeit und Leben. Es ist ja sowieso nicht aufzuhalten, nur dann möchte ich eben auch Herr im Hause sein. Also nicht 14 Stunden im Büro rumhocken, sondern fließend aufstehen, Kaffeemachen und zwei Treppen hochstiefeln um die ersten Mails zu lesen, dann telefonieren, schreiben, chatten und ein neues Blog aufsetzen. Ein wenig im Budget rumwurschteln und zum Mittagessen nach unten gehen. Danach vielleicht 15 Minuten Powernapping im eigenen Bett und frisch ans Werk zur zweiten Schicht bis zum gemeinsamen Abendessen. Danach Spielstunde mit den Kids, ins Bett bringen, anschließend Fernsehschauen und/oder labern bzw. den Tag resümieren und dann vielleicht noch ein bis zwei Stunden arbeiten, Mails beantworten und sonstwie werkeln. Für mich ist dieser fließende Ablauf einfach Gold wert.

Ich danke jedenfalls meinem Arbeitgeber für diese optimale Lösung. Ich danke vor allem meinen Kollegen, dass auch sie mir das ermöglichen und ich hoffe sehr, dass sie sich umgehend zu Wort melden, sollte ich jemals ihre Arbeit durch mein geliebtes Homeoffice behindern. Denn schließlich funktioniert sowas nur, wenn man andere dadurch nicht unmittelbar einschränkt.

Mein Tipp als Ex-Berater: Vielleicht sollte man das Modell der freien Arbeitszeiteinteilung inkl. Wahl des Arbeitsplatzes in Zukunft mal genauer überprüfen! Es lohnt sich.

2 Kommentare

  1. Flo sagt:

    Wieso ist der Schreibtisch auf dem Bild eigentlich der krasse Gegensatz zu dem hier im Büro?

  2. Patrick Breitenbach sagt:

    Wegen der Ordnung? :-D

    (Man sieht ja nur einen Ausschnitt, links und rechts andeutungsweise der Papierhaufen, leere Tassen etc.)

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