Der zweite Tag des Workshops empfand der Großteil der Teilnehmer, jedenfalls mit denen ich mich über das Thema ausgetauscht habe, durchwachsen. Sehr positiv waren die Gruppenarbeiten, die den jeweiligen Kollegen die Möglichkeit boten gegenseitig handfeste Erfahrungen auszutauschen. Leider wurde dieser rege Austausch oftmals von den Seminarleitern strikt unterbunden, da man sich auf die jeweilige mehr oder weniger fiktive Gruppenaufgabe konzentrieren sollte.
Da man im theoretischen Teil des Seminars (der durchaus nicht schlecht war, für mich persönlich jedoch wenig neues auf theoretischer Ebene bot) immer wieder betonte, wie wichtig die Anpassung des eigenen Angebots und der Kommunikation an die Bedürfnisse der Kunden sei, war es schon erstaunlich, dass man nicht wirklich die Bedürfnisse der eigenen Seminarkunden wahrgenommen hat und letztlich auch bedienen konnte. Ich kann schon verstehen, dass man sich auf seinen hart erarbeiteten Seminarplan konzentrieren muss, doch wenn so deutliche Signale aus dem Plenum kommen, sollte man vielleicht auch in Zukunft darauf achten, ein wenig mehr Flexibiltät zu entwickeln. Vertiefende Fragen wurden mit Hinweis auf vertiefende andere Seminarangebote oder die geplante offene Runde am Ende der Veranstaltung charmant aber deutlich umgangen. Eine halbe Stunde “Open Space” für genau solch einen direkten Erfahrungsaustausch, am Ende des zweitägigen Seminars, ist mir persönlich und sicher auch anderen dann einfach zu knapp bemessen gewesen. Ein echter Austausch in den Kaffepausen wurde ja ebenfalls immer wieder abgebrochen und das Abendessen eignete sich ja auch nur bedingt dazu, ganz einfach weil man Abends zu platt war und auch nicht jeden wirklich sprechen konnte.
Nichtsdestotrotz haben die Dozenten sicherlich fundiert und anschaulich die Grundlagen des Hochschulmarketings dargelegt. Auch der Vortragsstil und die Strukturierung des Seminars war (abgesehen von längeren Powerpoint-Frontaleinheiten, die von sich aus schon ungünstig sind, egal wie begeisternd man vorträgt) eigentlich zufriedenstellend. Besonders herausragend (weil wahrscheinlich zum Bedürfnis passend) waren die beiden Praxisimpulsreferate von zwei Hochschulvertretern. Denn dort hat man konkret erleben können, mit welchen Maßnahmen die jeweilige Hochschule Erfolg hatte und mit welchen eben nicht. Das war die richtige Würze. Das kam bei allen sehr gut an.
Abschließend habe ich mich sehr gefreut, andere Kollegen aus ganz unterschiedlichen Bildungseinrichtungen kennenzulernen und wir haben beschlossen auch auf diesem Blog und noch einem folgendem Forum in Kontakt zu bleiben, um dann diesen vermissten Erfahrungsaustausch regelmäßig umzusetzen und fortzuführen. Denn es gibt erstaunlicherweise weder Fachzeitschrift noch Onlinemagazine zum Thema Hochschulmarketing. Damit könnten wir sogar hier gemeinsam einen Grundstein für so etwas legen. Ich freue mich darauf liebe Kollegen!